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Datenschutz betrifft auch Schüler

Beim Datenschutztag informierten Referenten Schüler und Auszubildende rund um den Datenschutz und die Digitalisierung.

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Zum vierten Mal hat am 14. März 2018 der Datenschutztag an der Karl-Volkmar-Stoy-Schule in Jena stattgefunden. Im Laufe des Vormittags lauschten rund 180 Schüler und Auszubildende, darunter angehende Industriekaufmänner und Kaufmänner für den Groß- und Außenhandel, den Vorträgen von Dipl.-Ing. Katrin Böhlke (Referatsleiterin technischer und organisatorischer Datenschutz beim Thüringer Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, TLfDI sowie von Dr. Mauricio Matthesius (Geschäftsführer des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Ilmenau und des Thüringer Kompetenzzentrums Wirtschaft 4.0).

„Vertrauen? Fortschritt? Kontrolle?“
Frau Böhlke ging auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ein und referierte über Themen, die die Schüler und Auszubildenden im Alltag betreffen. Dazu gehören beispielsweise der Personalausweis mit integriertem Chip oder die Gesundheitskarte, die künftig Notfalldaten, Rezepte und sogar die Patientenakte speichern soll. Die Gefahr besteht laut Böhlke dabei, dass die Krankenversicherungen auf diese Daten zugreifen wollen und möglicherweise auch können. Aber auch die Speicherung von Daten in Sozialen Netzwerken, viele Praxisbeispiele zur Videoüberwachung, die Gefahr von Hackerangriffen, die Abhörung durch den Lautsprecher Echo mit der virtuellen Assistentin Alexa und Cyber Mobbing waren Teil ihres Vortrages.

„Digitalisierung und Datenschutz“
Wesentlicher Bestandteil des Vortrags von Dr. Matthesius war die Vorstellung von Anwendungsbeispielen im Bereich der Digitalisierung. Wichtig sei es, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre Kunden heute noch erreichen und mit ihnen kommunizieren. Derzeit gäbe es immer noch Unternehmen, die keine Webseite haben und so schwer von ihren Kunden gefunden werden. Überdies kann Digitalisierung Unternehmern dabei helfen, festzustellen, dass ihre Durchlaufzeiten der (Fertigungs-)Prozesse zu hoch sind. Des Weiteren ist es heutzutage gerade angesichts der vielen KMU in Thüringen essentiell, dass sie miteinander über digitale Plattformen kooperieren, um beispielsweise Großaufträge gemeinsam abzuwickeln. Ein weiteres Beispiel, das Herr Matthesius anführte war die Nutzung von Maschinendaten: „Viele Unternehmer nutzen anfallende Daten, die ohnehin erhoben werden, nicht zur Generierung geschäftlicher Mehrwerte. Ziel ist es jedoch, Maschinendaten zu nutzen und auszuwerten, um zum Beispiel vorherzusagen, wann eine Maschine künftig einen Wartungsbedarf haben wird.“ Die Erhebung personenbezogener Daten ist hierfür laut Matthesius nicht erforderlich.

Diskussionsrunde
Die Themen Datenschutz und Digitalisierung stießen bei den Schülern und Auszubildenden auf großes Interesse. So gab es weitere Fragen zum Fingerabdruck beim Personalausweis, zu Apps auf dem Handy oder zu Assistenz-Systemen. Die Referenten machten die Zuhörer darauf aufmerksam, dass uns allen zwar Dienste wie Facebook, WhatsApp sowie Apps, die mit dem Fitnesstracker verbunden sind, kostenfrei zur Verfügung stehen, wir jedoch mit unseren Daten bezahlen. Diese Daten werden dann beispielsweise an Vermarktungsfirmen verkauft. Assistenz-Systeme wie Echo hören zu Hause alles mit, selbst wenn sie vermeintlich auf Standby oder sogar ausgeschaltet sind. Schließlich müssen sie mitbekommen, dass der Nutzer „Hey Google“ sagt. Dazu schalten sie sich automatisch ein, wenn ähnliche Worte fallen.
Zum Abschluss gingen Frau Böhlke und Herr Matthesius auf die Frage ein, was Medienkompetenz für sie bedeutet. „Medienkompetenz ist die Kompetenz, mit Medien umzugehen. Ich sollte mir immer die Frage stellen, ob ich alle Inhalte, die ich online kommuniziere, auch meinen Eltern oder Nachbarn erzählen würde“ antwortete Frau Böhlke. Herr Matthesius ergänzte: „Medienkompetenz heißt, selbstbewusst mit dem Thema „Medien“ umzugehen. Wir sollten uns bewusst machen, dass beispielsweise bei Snapchat das Foto zwar für uns verschwunden ist, es jedoch auf Servern gespeichert wird und jemand damit Geld verdient.“

Aufgrund der Wichtigkeit der Sensibilisierung der Schüler und Auszubildenden ist der nächste Datenschutztag 2019 bereits in Planung.

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